Dienstag, 29. November 2011

time out

Sie sah an sich herab...Sie hatte es schon wieder getan.Ihr Blut floss langsam und klar,wie ihre Tränen.
Sie wunderte sich jedes mal,wieso sie es getan hatte,denn sie wollte es doch gar nicht.
Jedes mal zog ein Gefühl der Hilflosigkeit in ihr hoch und raubte ihr Gedächtnis,so kam es dazu...
Dieses Mal war es noch gut gegangen,das mal davor auch.Doch wie wird es in einem Jahr,einem Monat sein?
es wird von Mal zu Mal schlimmer und sie kann es nicht steuern.
Hatte die es getan,waren die schlimmen Gefühle gestillt,zumindest vorerst...
Sie ging ans Fenster und schaute den langen einsamen Waldweg entlang,sie beschloss es in den Griff zu bekommen.
Doch ihr Wille folgte ihr nicht lange...
Am Abend kam ein Anruf.Angst,Hilflosigkeit,Trauer,Panik.Und wieder floss ihr Blut langsam und klar,wie jedes Mal.
Doch diesmal konnte sie sich nicht mehr fragen,ob es gut gegangen war...

Donnerstag, 24. November 2011

Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden, jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden. Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben, ich wünsche dir: Zeit haben zum Leben!



Durchlauft die Straßen  und die Welt durch die ich ging. 

Fühlt die Tränen, erlebt die Schmerzen und spürt die Narben. 

Die Menschen die mir  Versprachen: „ Wir bleiben immer bei dir egal was kommt!“  Und mich dennoch fallen ließen! 

Erlebt die Leute, die  mich dazu brachten heute zu sein wie ich bin. 

Erlebt die Jahre, die Monate, die Sekunden! 

Stolpert über die Steine  über die ich Stolperte und Springt über Felsen über die ich sprang. Steht immer wieder auf und geht genau die  selbe strecke weiter! Genauso wie ich es tat.

Samstag, 19. November 2011

Das Handy klingelt. ich gehe nicht ran. Wenn man auf einen Anruf wartet und dieser nicht kommt, warum andere würdigen. Vielleicht kommt das ersehnte ja genau in dem Moment, in dem man nicht darauf achtet. Nunjua,die Zeit heilt alle Wunder wie Judith Holofernes sang und ich bin alt genug, um zu wissen,dass meine Nummer nie von der person gewählt werden wird,die ich sprechen will. Diese Person ist heimlich aus meinem Leben geschlichen ohne eine Nachricht zu hinterlassen. "Die von Ihnen gewählte Nummer ist nicht erreichbar", sagt mir eine Stimme in zwei Sprachen und ich lege wieder auf. "Wo bist du jetzt?!", trällert Kim Frank in meinem Kopf. Wenn man alleine ist denkt man an die seltsamsten Sachen. Mein Briefe werden - mit einem gelben Zettelchen versehen - wieder zu mir geschickt. "Der Adressat konnte nicht aufgefunden werden", steht darauf. Nunja, wenigstens kein "Er hat deinen Brief verweigert,blöde Kuh".
Der Tag kann also nur besser werden.
Im Radio höre ich die Zeilen: "Ich brenne lichterloh"...
Ja,das mag zu treffen. Ein saurer Cocktail aus Wut, Trauer und einem mir unbekannten Gefühl füllt meinen Magen. "Na,fein! Dann lass es halt. Wirf die Jahre der Freundschaft einfach weg...Viel Spaß,wo immer du dich auch rumtreibst...Wenigstens hat der Streit ein Ende.", sagt mein Gehirn und schüttet noch mehr eiskalte Enttäuschung in meinen Bauch.

ich stelle mir mein leben als Bahnhof vor und er wäre ein Zug, der halt abgefahren ist, mir aber das baldige kommen eines neuen ankündigt.
Das dieser Gedanke schwachsinnig ist,weiß ich selbst. Aber irgendwie muss man sich ja beruhigen. Kurz überlege ich, alle Fotos zu verbrennen. "Das ist er nicht wert", meint der Kopf und in meinem Magen wird es wieder kalt.
Mein Handy klingelt wieder. Ich gehe wieder nicht dran,denn ein Teil meines Herzens hängt immernoch an dem dritten Satz.

Sonntag, 13. November 2011

Ich habe diesen einen Freund. Ich kenne ihn seit der ersten Klasse. Er war der coolste Junge der ganzen Grundschule, weil er jede Pause mit mir verstecken gespielt und mich manchmal von der Schule bis nach Hause gebracht hat, wenn ich Angst hatte allein zu gehen. Später mochte ich ihn nicht mehr so gern. Irgendwann hatte er aufgehört mich nach Hause zu bringen und angefangen mit den anderen Jungen in den Pausen Fußball zu spielen. Wenn er mich gesehen hat, hat er sich weggedreht und mit seinen Freunden geredet. Als ich elf Jahre alt war, ließen meine Eltern sich scheiden. Ich wollte auf keinen Fall, dass sie es einer meiner Freundinnen erzählen. Meine Mutter konnte nicht mit ansehen wie traurig ich war und rief bei ihm an. Er kam vorbei und blieb das ganze Wochenende. Wir lagen auf meinem Bett, schauten fern und er weinte fast genau so viel wie ich. Für jede Werbepause, die ich ohne weinen überstand, erlaubte er mir eine Kugel Schokoladeneis zu essen. Von da an ging er wieder jeden Tag mit mir nach Hause. Die Jahre vergingen. Er kam mit Mädchen zusammen und trennte sich von ihnen, aber ich war immer das Mädchen, das er abends nach Hause brachte. In der elften Klasse saß ich im Deutschunterricht neben ihm. Ich starrte ihn an. Ich sah direkt in seine grünen Augen und verstand auf einmal, was meine Mutter meinte als sie zu mir sagte, dass die Augen das Tor zur Seele seien. In dem Moment wünschte ich mir, dass er mehr als mein bester Freund sei, aber ich wusste, dass er das nicht wollte. Im nächsten Jahr trat er bei einer Schulaufführung auf. Ich saß in der ersten Reihe und lächelte ihn an während er im Rampenlicht stand. Er sah unglaublich schön und glücklich aus und er lächelte zurück. In dem Moment wünschte ich mir, dass er mehr als mein bester Freund sei, aber ich wusste, dass er das nicht wollte. Ein paar Wochen später kam er mit einer Freundin von mir zusammen. Alle erzählten, wie gut die beiden zusammen passen würden. Sie war genau so schön und beliebt wie er. Aber ich war es, die er jeden Tag von der Schule nach Hause fuhr. Einen Abend saßen wir lange zusammen in seinem Auto. Er erzählte mir, dass er gerade die schönste Zeit seines Lebens habe. Ich sah in seine wunderschönen grünen Augen und wusste, dass er die Wahrheit sagte. In dem Moment wünschte ich mir, dass er die schönste Zeit seines Lebens meinetwegen hätte. Ich wünschte mir, dass er mehr als mein bester Freund sei, aber ich wusste, dass er das nicht wollte.
Am nächsten Tag in der Schule mussten wir Aufsätze über das Thema Erste Liebe schreiben. Ich wusste ganz genau, worüber ich schreiben wollte, aber ich konnte es nicht. Als ich meinen besten Freund anschaute, sah ich, wie er meine Freundin angrinste. In dem Moment wünschte ich mir, dass er diesen Aufsatz über mich schreiben würde. Ich wünschte mir, dass er mehr als mein bester Freund sei, aber ich wusste, dass er das nicht wollte. Ein paar Wochen später rief meine Freundin mich an und sagte mir, dass er mit ihr Schluss gemacht habe. Als er mich am nächsten Tag nach Hause fuhr, saßen wir Stunden lang in seinem Auto. Wir redeten über unsere Freunde, über die Schule, über Musik. Er erzählte mir, dass er meine Freundin nie geliebt habe. In dem Moment wünschte ich mir, dass er mir sagen würde, dass er mich liebe. Ich wünschte mir, dass er mehr als mein bester Freund sei, aber ich wusste, dass er das nicht wollte. Die Zeit verging. Nach dem Abitur wollte er ein Jahr nach Kanada gehen. Auf seiner Abschiedsparty saß er neben mir und sagte, dass ich seine beste Freundin sei. Ich sah in seine wunderschönen grünen Augen und gab ihm einen Kuss auf die Wange. In dem Moment wünschte ich mir, dass er mir sagen würde, dass er mich liebe. Ich wünschte mir, dass er mehr als mein bester Freund sei, aber ich wusste, dass er das nicht wollte. Die Zeit verging. Als er wiederkam, erzählte er mir, dass er ein Mädchen kennen gelernt habe, das er heiraten wolle. Er stellte sie mir vor. Als er mich fragte, wie ich sie finden würde, sagte ich, dass sie wunderschön sei. Er erwiderte, dass er die Liebe seines Lebens gefunden habe. Dann drehte er sich um und ging. In dem Moment wünschte ich mir, dass ich die Liebe seines Lebens sei. Ich wünschte mir, dass er mehr als mein bester Freund sei, aber ich wusste, dass er das nicht wollte. An diesem Tag fuhr er mich zum letzten mal nach Hause. Auf seiner Hochzeit saß ich in der ersten Reihe der Kirche. Er stand vorn im Rampenlicht. Wie bei der Schulaufführung sah er unglaublich schön und glücklich aus. Ich lächelte ihn an und er lächelte zurück. Ich sah in seine wunderschönen grünen Augen und wusste, dass sein Lächeln aufrichtig war. In dem Moment wünschte ich mir, dass ich neben ihm am Altar stehen würde. Ich wünschte mir, dass er mehr als mein bester Freund sei, aber ich wusste, dass er das nicht wollte. Mein bester Freund zog mit seiner Frau nach Kanada. Ich blieb zu Hause. Die Jahre vergingen. Heute sitze ich wieder in der Kirche. Es ist seine Beerdigung. Ich erfahre, dass er sich schon nach einigen Jahren von seiner Frau getrennt hat. Unsere Lehrerin aus der zwölften Klasse hält eine Trauerrede. Sie sagt, dass er schon immer wunderbar schreiben konnte. Dann beginnt sie einen Auszug aus seinem Aufsatz in der zwölften Klasse vorzulesen. Meine Erste Liebe: Ich habe dieses Mädchen noch nie angesehen ohne ihr sagen zu wollen, dass ich sie liebe. Ich sehe in ihre wunderschönen grünen Augen und wünsche mir, dass sie mehr als meine beste Freundin ist, aber ich weiß, dass sie das nicht will..